Mit Fotografie Geld verdienen – Teil 2: Selbstständigkeit

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Trommelwirbel bitte, liebe gearo-Community!

Denn heute folgt Teil Zwei unserer Serie „Mit Fotografie Geld verdienen“. Und ihr bekommt Tipps von keinem Anderen als Peter Atkins – der unter Anderem schon zum Fotografen des Jahres gekürt worden ist.
Der sympathische Fotograf ist seit über einem Jahrzehnt erfolgreich selbstständig. In München hat er sich mit seinem Fotostudio niedergelassen und bereichert seit dem die Fotobranche. Und ihr habt heute die Ehre, von seinen Erfahrungen zu lernen!

Peter, wie bist du zur Fotografie gekommen?
Ich habe schon immer gerne analog fotografiert. Als die Fotografie schließlich digital wurde, da dachte ich mir „Jetzt oder Nie!“ – und habe mich selbstständig gemacht.
Ich dachte, dass nun alle Fotografen bei Null anfangen. Das war ein Fehler: Die meisten Fotografen haben erst Jahre später bei Null angefangen.

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Wo nimmst du deine Fotos auf? Du hast ja auf Fotolia eine Vielzahl an Fotos, geht dir da nicht irgendwann mal die Puste aus?
Meist fotografiere ich in meinem Studio in München Bogenhausen. Gerne fotografiere ich auch auf Reisen, Outdoor und im Hotel – da sammle ich immer wieder neue Inspirationen.

Analoges Equipment für einzigartige Shots! 

Mit welchem Equipment nimmst du deine Kunstwerke auf?
Ich habe schon alles mögliche ausprobiert, auch Mittelformat. Jedoch ist mir die Canon 5D mit dem 85mm USM L am liebsten.

Und was fotografierst du am liebsten?
Super gern mache ich Portraits von richtig interessanten Menschen und Werbung. Aber der Sonnenaufgang an einem Gebirgssee ist immer noch das Größte, wenn sich der Gipfel im Wasser spiegelt und ich einen frischgebrühten Kaffee trinke.

Hast du besondere Tipps für diejenigen, die damit liebäugeln, ihr Hobby zum Beruf zu machen?
Zehn Dinge, die Du als selbständiger Fotograf unbedingt beachten solltest, sind meiner Meinung nach die Folgenden:

1. Du brauchst ein richtiges Konzept. Du brauchst ein durchdachtes Geschäftsmodell – ohne brauchst du dich gar nicht erst selbstständig machen. Sprich über dein Konzept auch gerne mit erfahrenen Fotografen und hol dir Tipps von ihnen.

2. Halt die Kosten gering, schau nach einem günstigen Arbeitsplatz und nutze dein Equipment voll aus.

 

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3. Fang nicht an, ehe du mindestens drei Stammkunden hast.

4. Du musst deinem Kunden zuhören und schon bevor der Auftrag steht, Fragen stellen. Formuliere dann ganz dezidiert, was du für ihn tust und was nicht. Dein Kunde muss wissen, was er bekommt und was nicht. Mach dir auch schon vorab Gedanken über Kasse, Vorkasse, usw. Ich beispielsweise rücke die Bilder und Bildrechte erst raus, wenn die Bilder bezahlt sind.
Und schreib dir eine gute AGB. Schau dir andere an, aber kopier sie nicht und schreib deine eigene Regeln. Wie lange bewahrst du die Bilder auf? Wann kriegst du dein Geld? Wann hat der Kunde das Recht am Bild? Was ist, wenn der Kunde den Auftrag storniert? All das sind Dinge, die du selbst festlegen kannst – und auch tun solltest, ehe der erste Auftrag ansteht.

Peters Lieblingsequipment und mehr!

5. Maximier‘ deine Einnahmen, arbeite beispielsweise auch mal am Wochenende. Und halte deine Ausgaben möglichst gering. Schieb deine großen Ausgaben immer vier Wochen nach hinten – vielleicht brauchst du es ja da schon gar nicht mehr. Kaufe nur das, was du wirklich brauchst! Gerade in den Anfängen deiner Selbstständigkeit als Fotograf ist Kostenoptimierung super wichtig.

6. Du brauchst einen Marktschreier. Informier dich über Guerilla Marketing, lies dir dazu viele Bücher durch. Und nutze die ‚kostenlosen Schaufenster‘ Instagram, YouTube, Facebook. Nutze nicht alle Kanäle, sondern spezialisier dich. Aber du brauchst auf jeden Fall einen Marktschreier, wenn du dich selbstständig machst!

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7. Verkauf dich nicht zu billig oder gar umsonst! Scheu das wie der Teufel das Weihwasser. Wenn du das tust, hast du keine Wertschätzung der Menschen. Und ich kann dir aus eigener Erfahrung sagen, wie schwierig es ist, da wieder rauszukommen…
Mein Tipp: Biete statt kostenloser Bilder lieber kostenlose Newsletter an.

8. Halt dich nicht an Urkunden fest. Als Fotograf ist das gar nichts wert. Es mag deinem Ego gut tun, aber interessiert den Kunden letztlich wenig. Mentoren oder ein Praktikum beim ‚Meister deiner Branche‘ sind viel entscheidender und wertvoller für dich!

9. Es ist nicht gut, wenn du kein Netzwerk hast. Schaff dir ein Netzwerk – und zwar ein echtes. Austausch unter Unternehmern mit den gleichen Problemen sind wichtig und hilfreich, gerade wenn du dich frisch selbstständig machst.

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10. Eine ordentliche Steuer ist total wichtig! Du musst all deine Ausgaben aufschreiben; Quittungen und Rechnungen sind unerlässlich!
Was hast du alles verdient? Wo verdienst du am meisten? Wo investierst du die meiste Arbeit und hast den größten Stress? Notiere diese Dinge für dich und zieh daraus neue Schlüsse.
Sammle alle Rechnungsbelege und Quittungen. Pack sie alle in die Steuer hinein, du kannst dort Einnahmen und Ausgaben angeben. Nutze das! Das ist wirklich einer der wichtigsten Punkte!
Überlege dir, ob du einen Steuerberater oder einen Buchhalter haben möchtest. Bekomme einen Überblick über deine Einnahmen und Ausgaben. Und denke auch darüber nach, ob du als Handwerker oder Künstler dein Gewerbe anmeldest und dich selbstständig machst.

Danke! Was können wir denn in Zukunft noch so von dir erwarten?
Ich werde mich immer mehr Outdoor bewegen und über Kanäle wie YouTube jungen und ambitionierten Nachwuchsfotografen mit Rat und Tat zur Seite stehen.

 

Peter, wir danken dir ganz herzlich für deine Tipps zum Thema Selbstständigkeit! Und hoffen ihr, liebe gearo-Community, könnt nun genauso durchstarten wie Peter!

P.S. Wenn ihr noch spezielle Fragen an Peter habt: Stellt ihm gern all eure Fragen! Er macht oft Clips auf die Wünsche und Fragen seiner Viewer.

Peter erreicht ihr über die folgenden Kanäle:

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Ausführlich gibt’s Peters Tipps zum Anschauen nochmal hier:

Und hier seht ihr noch zwei Beispiele seiner Arbeit:

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