„Ein Teil seiner Kameraarbeit hat mich umgehauen“

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Am 9. Februar fand die 92. Oscar Verleihung in Hollywood statt. Hierbei gewann der neue Film “1917” von Sam Mendes nicht nur den Oscar für “Tonschnitt” und “visuelle Effekte”. Der One-Shot Film gewann auch den Oscar für die beste “Kamera”, gearbeitet wurde mit der ARRI Alexa Mini.

Kein anderer als der britische Cinematograf Roger Deakins war für das technische Wunderwerk zuständig. Seit 1988 ist er vor allem in den USA als Kameramann tätig, häufig arbeitet er mit den Coen-Brüdern zusammen. Er wurde bislang 15 Mal für den Oscar nominiert. 2018 gewann er seinen ersten Oscar für „Blade Runner 2049“ und nun seinen zweiten für 1917: Der Kriegsfilm sieht wie eine einzige Aufnahme aus, die auf zwei Soldaten geklebt ist, die während der Verwüstungen des Ersten Weltkriegs hinter die feindlichen Linien rasen. Dies ist das zweite Mal in den letzten Jahren, dass ein One-Shot Film die Oscar-Nominierungen erobert hat. Birdman gewann 2015 den Preis für den besten Film, die beste Regie und die beste Kameraführung.

“Die Intensität und das Eintauchen in einen One-Shot Film verändert die Beziehung der Zuschauer zu ihren Charakteren, sagt Sarah Keller, Filmprofessorin an der University of Massachusetts Boston. „Es zwingt einen dazu, irgendwie mit den Figuren zusammen zu sein“, sagte sie dem Radiosender npr im Interview.

arri alexa mini lf

ARRI Alexa Mini LF im Einsatz

Wer schon mal ein One-Shot Projekt gedreht hat, weiß, dass die Proben entscheidend sind. Alle am Set müssen perfekt mit der Kamera synchronisiert sein. Seien es die Schauspieler, die Techniker, die Explosionen und so weiter. Um solche Aufnahmen zu erreichen, montierten Deakins und das Team die Kamera auf zwei Arten von Stabilisatoren: einen 3-Achsen-Kardan, das so genannte Stabilileye, und einen 5-Achsen-Stabilisator, das ARRI Trinity. Für die Aufnahmen, die von einem Kameramann nicht gemacht werden konnten, montierten sie das Stabileye auf verschiedene Kabelkameras, Technokrane und bewegliche Fahrzeuge. „Ein Teil seiner Kameraarbeit hat mich einfach umgehauen“, sagt Schauspieler Dean-Charles Chapman im Behind the Scenes Featurette. Den Link dazu findest du weiter unten.

Das Team um Deakins arbeitete mit der ARRI Alexa Mini LF, die Vollbildversion der ARRI Alexa Mini, die laut Deakins „eine der kleinsten Kameras ist, die er je benutzt hat“. Der gesamte Film wurde auf ARRI Signature Primes gedreht, einschließlich der 35mm, 40mm und 47mm.

Deakins ist ein langjähriger Nutzer der ARRI-Kameraausrüstung. Er begann in den 1980er Jahren mit der ARRIFLEX 35BL 4, wechselte in den 1990er Jahren zur ARRIFLEX 535 B, in den 2000er Jahren zu ARRICAM und machte in den 2010er Jahren mit ALEXA den Übergang zur Digitaltechnik. Sein neuester Film „1917“ stellt eine weitere bedeutende Entwicklung dar; es ist Deakins‘ erster Ausflug in die Großformat-Kinematographie.

„Das Format kommt mir eher wie meine Standkamera vor“, sagt er. „Ich bin eigentlich schon immer ein Fotograf gewesen, seit ich ziemlich jung war. Daher fühle ich mich mit diesem Format und dieser Art von Tiefenschärfe vertrauter als mit der normalen [Super] 35.“

Das ganze Gespräch mit Kameralegende Roger Deakins könnt ihr hier lesen.

Kameralegende Roger Deakins im Gesprach mit ARRI. Bild: ARRI

Das passende ARRI Equipment findest du in der gearo Community:

Berlin: Lucas, Per Jacob, Emrah oder Lukas.
Potsdam: Malte.
Köln: Malte oder Jan.
München: Fabian.
Hamburg: Fabian.
Bochum: Sebastian.

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